Von welcher Position solltest du eröffnen?

Je später du sitzt, desto mehr Blätter kannst du eröffnen. Mit 20 Big Blinds sind es unter dem Gun 34 von 169 Blättern, am Button 84 und im Small Blind 139 — viermal so viel wie vorne. Der Grund ist nicht Mut, sondern Information: hinter dir sitzen weniger Leute, die noch eine bessere Hand bekommen können.

Die Zahl

Wir haben die Eröffnungen in unserem eigenen Spot-Bestand gezählt: alle Lagen, in denen vor dir niemand eingestiegen ist und du rund 20 Big Blinds hast. Ein Blatt zählt, wenn der Solver es in der Mehrzahl dieser Lagen nicht wegwirft.

PositionBlätter von 169Lagen
UTG (vorne)347
MP1322
MP2447
HJ532
BU (Button)843
SB (Small Blind)1393

Die rechte Spalte steht dabei, weil sie hingehört: MP1 ruht auf zwei Lagen und liegt damit knapp unter UTG. Lies die Leiter als Richtung, nicht als Rangfolge zwischen zwei Nachbarn.

So sieht das aus

Jedes Raster zeigt alle 169 Starthände. Farbig ist, was eröffnet wird.

UTG — 34 Blätter

Button — 84 Blätter

Small Blind — 139 Blätter

Warum das so ist

Wer vorne eröffnet, hat sieben oder acht Spieler hinter sich. Jeder davon kann eine bessere Hand bekommen, und jeder darf nach dir entscheiden. Eine Hand wie K9s ist für sich genommen passabel — gegen acht ungeklärte Gegner ist sie es nicht.

Am Button sind nur noch zwei übrig, und beide zahlen schon Blinds. Dieselbe Hand gewinnt dort oft, ohne dass eine einzige Karte fällt. Deshalb wächst die Zahl nicht gleichmäßig, sondern springt am Ende: von HJ auf BU sind es 31 Blätter mehr, von BU auf SB noch einmal 55.

Der Small Blind ist der Sonderfall. Er eröffnet am breitesten, und das aus einem anderen Grund: gegen nur noch einen Gegner, mit schon gezahltem halbem Einsatz, lohnt sich fast jedes Blatt — obwohl er nach dem Flop als Einziger aus der schlechtesten Position spielt.

Wo die Antwort aufhört

Diese Zahlen gelten für rund 20 Big Blinds in Turnieren mit Auszahlungsstruktur. Mit 8 Big Blinds sieht dieselbe Leiter anders aus, mit 60 ebenfalls. Und sie gelten für den ersten Einstieg: sobald vor dir jemand erhöht hat, ist es eine andere Frage und eine andere Range.

Am Finaltisch verschiebt sich alles noch einmal. Wenn ein Platz mehr echtes Geld bedeutet, wird auch der Button enger — das ist der ICM-Effekt, und der ist ein eigenes Thema.

Selbst ausprobieren

Am schnellsten sitzt es, wenn du es spielst statt liest. Der Trainer stellt dir solche Lagen; du entscheidest, danach siehst du, was der Solver getan hätte.

Lagen im Trainer spielen Kapitel: Positionen am Tisch