Wann callt man ein All-in?
Mit ungefähr jedem zehnten Blatt — und zwar enger, je kürzer der eigene Stack ist. Gegen ein All-in geht der Solver je nach Stackgröße mit 12,9 bis 17,0 von 169 Blättern mit. Das überrascht die meisten: kurz heißt nicht verzweifelt.
Die Zahl
| Eigener Stack | Blätter, die mitgehen | Lagen |
|---|---|---|
| bis 10 Big Blinds | 12,9 | 96 |
| 11–15 Big Blinds | 15,4 | 140 |
| 16–25 Big Blinds | 16,2 | 427 |
| über 25 Big Blinds | 17,0 | 557 |
Alle 1220 Lagen, in denen vor dir jemand All-in gegangen ist. Je Lage gezählt, wie viele Blätter mehrheitlich nicht folden, dann je Stackklasse gemittelt.
Warum der kurze Stack der engere ist
Ein kurzer Stack, der callt und verliert, ist draußen. Ein großer, der callt und verliert, spielt weiter. Deshalb ist der große Stack derjenige, der weiter callen darf — nicht umgekehrt.
Wer mit 8 Big Blinds glaubt, „ohnehin nichts mehr zu verlieren“, hat genau das zu verlieren: den Rest. Und der Rest ist im Turnier bares Geld, weil jeder Platz bezahlt wird.
Der Unterschied ist trotzdem klein — vier Blätter zwischen kurz und groß. Das ist die zweite Hälfte der Antwort: die Call-Range gegen ein All-in ist immer eng. Wer sie deutlich breiter spielt, verliert Geld unabhängig von seinem Stack.
Wo die Antwort aufhört
Das sind Mittelwerte über sehr verschiedene Lagen. Gegen ein All-in aus früher Position ist die Range enger als gegen eines vom Button; gegen einen kurzen Gegner breiter als gegen einen großen. Die Tabelle sagt, wie eng es im Schnitt zugeht — sie ersetzt keine Entscheidung am Tisch.